Die schweren Schicksalsschläge im Leben von Val Kilmer

Der frühe Tod seines Bruders Wesley wurde für Schauspieler Val Kilmer zu einem Trauma.

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Spät in seiner Karriere hatte Val Kilmer den Ruf, schwierig am Set zu sein. Joel Schumacher berichtete von großen Problemen mit ihm am Set von „Batman Forever“ Er bezeichnete ihn später als unkooperativ und launisch. Kilmer soll am Set oft Wutausbrüche gehabt haben und mit Crew-Mitgliedern respektlos umgegangen sein.

Laut Schumacher verhielt sich Kilmer „kindisch“ und war nicht bereit, Kompromisse einzugehen. Auch Oliver Stone konnte von den Dreharbeiten mit ihm bei „The Doors“ nicht all zu viel Gutes erzählen. Dieses Image erschwerte dem Schauspieler in den 2000er-Jahren den Zugang zu neuen Rollen.

Was viele nicht wissen: Kilmer hatte eine außerordentlich schwierige Kindheit und im Laufe seines Lebens mit mehreren Schicksalsschlägen zu kämpfen.

Er wurde 1959 in Los Angeles geboren, wuchs aber in Kalifornien und New Mexico auf. Seine Eltern, Gladys und Eugene, ließen sich scheiden, als Kilmer 8 Jahre alt war. Die Trennung war für ihn nach eigenen Angaben schwer zu verkraften. Nach der Trennung seiner Eltern lebte er hauptsächlich bei seinem Vater Eugene, der später eine erfolgreiche Immobilienkarriere hatte.

Val Kilmer (1959-2025)
Val Kilmer (1959-2025)
Chris Weeks WireImage

Der Tod seines Bruders bestimmte das Leben von Val Kilmer

Am Tiefgreifendsten war wohl der Tod seines Bruders Wesley im Jahr 1977. Wesley war hochbegabt und baute bereits als Kind eigene Maschinen. Er litt jedoch an Epilepsie. Die Krankheit führte zu seinem frühen Tod, denn er starb im Alter von nur 15 Jahren nach einem epileptischen Anfall und ertrank im Familienpool.

Dieser Verlust war für Val Kilmer ein traumatisches Ereignis. Wie er später in Interviews bestätigte, beeinflusste dies auch seine Arbeit als Schauspieler. Ursprünglich hatte Wesley eine Karriere im Film-Business angestrebt, allerdings hinter der Kamera. In seiner Autobiografie „I’m Your Huckleberry“ beschrieb Kilmer, dass Wesley sein „größter Held“ gewesen sei.

In den 80er Jahren legte der sensible Mime eine steile Karriere in Hollywood hin. „Top Gun“ wurde für ihn zu einem Triumph. 1984 gab er Elvis Presley in der Zucker/Abrahams-Klamotte „Top Secret!“. Doch nach „The Doors“, „Halbblut“ und „True Romance“ machte ihm das Leben erneut einen Strich durch die Rechnung.

Auf dem Karriere-Höhepunkt starb sein Vater

1993 verstarb sein Vater Eugene an Krebs. Eugene war eine prägende Figur in seinem Leben, und obwohl die Beziehung nicht immer einfach war, wie es in Kilmers Memoiren heißt, respektierte er ihn sehr. Der Tod seines Vaters kam für den Schauspieler in einer Zeit großen beruflichen Drucks, in der man viel von ihm erwartete.

Zwar gelangen ihm einige weitere Karriere-Höhepunkte, aber sein robuster Charakter und zahlreiche Streitigkeiten an Sets (besonders schlimm erlebte es wohl Regie-Veteran John Frankenheimer bei den Dreharbeiten zu „Die Insel des Dr. Moreau“, 1996) machten ihm das Leben schwer. In den 2000er-Jahren bekam er kaum noch geeignete Rollenangebote.

In den letzten Jahren war es um die Gesundheit von Val Kilmer ebenfalls nicht gut bestellt. 2016 erkrankte er an Kehlkopfkrebs. Öffentlich wurde dies durch Hollywood-Kollege Michael Douglas. Kilmer selbst sprach erst 2017 davon, als er angab, geheilt zu sein. Doch die Erkrankung hatte Folgen für seine Stimme, so dass er eine künstliche Öffnung in der Luftröhre bekam und eine Ösophagusstimme zur Verständigung nutzte.

Val Kilmer verstarb am 1. April 2025 im Alter von 65 Jahren in Los Angeles an den Folgen einer Lungenentzündung. Einen letzten großen Auftritt hatte er in „Top Gun: Maverick“.