Sean Connery: Leben und Tod des großen James-Bond-Darstellers
Er war charismatisch, knallhart – aber auch umstritten: Ein Blick auf das Leben von Sean Connery.

Er war DER James Bond. Ein harter Kerl, charismatisch, kantig, politisch. Einer mit großem Wiedererkennungswert, leider auch mit einigen katastrophalen Meinungsäußerungen. Sean Connery prägte das Action-Kino, wurde eine Art Prototyp für den modernen Actionhelden. Ein stolzer Schotte, ein kompromissloser Typ, der dem Filmgeschäft irgendwann ganz den Rücken kehrte. Wir werfen einen Blick auf Leben, Werk und Tod von Sean Connery.
Frühes Leben
Sean Connery wurde am 25. August 1930 als erstes Kind von Joseph Connery und Euphemia McBain in Edinburgh geboren. Sein Vater war Fabrikarbeiter und LKW-Fahrer, seine Mutter Reinigungskraft. Seine Familie hatte sowohl schottische als auch irische Wurzeln.
Connery trat mit sechzehn der Royal Navy bei, wurde aber mit neunzehn aufgrund eines Duodenalgeschwürs entlassen. In den Jahren darauf nahm er allerlei Jobs an – etwa als Milchmann, LKW-Fahrer, Bademeister und Künstler-Model.
Connerys frühe Vita liest sich sagenhaft: Er begann als Bodybuilder und nahm am Mr.-Universe-Wettbewerb teil. Nicht nur mit Hanteln, sondern auch mit dem Fußball konnte er gut umgehen – so gut, dass er ein Angebot von Manchester-United-Trainer Matt Busby bekam. Er lehnte jedoch ab und widmete sich der Schauspielerei.
Die ersten Schauspieljahre
Sean Connery begann seine Schauspielkarriere mit kleinen Rollen in zwei Theaterstücken und zwei TV-Produktionen. Anschließend folgten Auftritte in zwei britischen Fernsehserien, darunter „Dixon of Dock Green“ und „The Saint“. Seinen ersten größeren Erfolg hatte er zwei Jahre später mit dem Drama „Another Time, Another Place“, in dem er an der Seite von Lana Turner spielte und erstmals internationale Aufmerksamkeit erlangte.
1953 bekam er eine kleine Rolle im Musical „South Pacific“. Dem amerikanischen Schauspieler Robert Henderson war es zu verdanken, dass Connery ein Interesse an Literatur und Theater entdeckte. Connery nahm Sprechunterricht und übernahm erste Rollen in Londoner Bühnenproduktionen. Ab 1956 bekam er kleinere TV- und Filmrollen, darunter „Hell Drivers“ und „Time Lock“.

Seine erste große Kinorolle hatte Connery 1958 in „Another Time, Another Place“ an der Seite von Lana Turner. 1959 erlangte er internationale Aufmerksamkeit mit seiner Rolle in Disneys „Darby O’Gill and the Little People“. 1961 übernahm er Hauptrollen in TV-Produktionen wie „Anna Karenina“ und „Macbeth“, bevor er zum Casting für eine Rolle eingeladen wurde, die sein Leben verändern sollte.
Sean Connery: Sieben Mal James Bond
Sean Connery verkörperte James Bond insgesamt sieben Mal in den Filmen „Dr. No“ (1962), „From Russia with Love“ (1963), „Goldfinger“ (1964), „Thunderball“ (1965), „You Only Live Twice“ (1967), „Diamonds Are Forever“ (1971) und dem inoffiziellen „Never Say Never Again“ (1983). Inoffiziell deshalb, weil der Film nicht wie üblich von EON Productions produziert wurde, sondern aufgrund eines Rechtsstreits von Kevin McClory, der die Rechte an der Geschichte von „Thunderball“ besaß.
Connerys schauspielerischer Werdegang endete natürlich nicht mit James Bond. Er war auch in zahlreichen weiteren historisch wichtigen Filmen zu sehen, darunter: „Der Name der Rose“ (1986, Regie: Jean-Jacques Annaud), „Die Unbestechlichen“ (1987, Regie: Brian De Palma), „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ (1989, Regie: Steven Spielberg) und „Jagd auf Roter Oktober“ (1990, Regie: John McTiernan)

Sean Connery: Auszeichnungen
Sean Connery gewann 1988 den Oscar als Bester Nebendarsteller für „Die Unbestechlichen“ und erhielt zudem drei Golden Globes sowie zwei BAFTA Awards, darunter für „Der Name der Rose“. 2000 wurde er von Königin Elisabeth II. zum Knight Bachelor geschlagen. Für sein Lebenswerk erhielt er zahlreiche Ehrungen, darunter den AFI Lifetime Achievement Award (2006).
Dunkles Kapitel: Sean Connery befürwortete Gewalt an Frauen
So grandios Connery als Schauspieler war: Seine Aussagen zur Gewalt an Frauen überschatten sein Erbe. In einem Interview mit dem Playboy im November 1965 sagte er: „Ich sehe nichts grundsätzlich Falsches daran, eine Frau zu schlagen, obwohl ich nicht empfehle, es auf die gleiche Weise zu tun, wie man es bei einem Mann tun würde.“ Laut ihm sei ein „offener Schlag“ „gerechtfertigt“, „wenn alle anderen Alternativen versagt haben und es genügend Warnungen gab.“
Zwölf Jahre später wurde er von Barbara Walters auf seine alten Aussagen angesprochen. Connery ruderte nicht zurück – im Gegenteil: „Ich habe meine Meinung nicht geändert. […] Wenn eine Frau immer weiter provoziert, halte ich es für absolut richtig.“ Seine Worte sorgten für massive Kritik und hinterließen einen Schatten auf seinem Vermächtnis.

Politisches Engagement für Schottland
Sean Connery war ein stolzer, überzeugter Schotte. Zeit seines Lebens setzte er sich für die Unabhängigkeit Schottlands ein. Er unterstützte die Scottish National Party (SNP) finanziell und gründete die Sean Connery Foundation, mit der er Bildungs- und Kulturprojekte in Schottland förderte. Er erklärte, er würde erst wieder nach Schottland zurückkehren, wenn es unabhängig sei.

Rückzug aus Hollywood
Nachdem er seinen letzten Film „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ (2003) abgedreht hatte, kehrte er dem Filmgeschäft endgültig den Rücken. Er lehnte große Rollen ab, darunter ein Angebot für „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ (2008). Connery machte keinen Hehl daraus, dass er mit der Entwicklung des Filmgeschäfts unzufrieden war und sich nicht mehr mit modernen Produktionen identifizieren konnte.
Sean Connery: Seine Familie
Sean Connery war zweimal verheiratet. 1962 heiratete er die australische Schauspielerin Diane Cilento, mit der er einen Sohn, Jason Connery, hatte. Die Ehe wurde 1973 geschieden. 1975 heiratete Connery die französisch-marokkanische Künstlerin Micheline Roquebrune. Diese Ehe hielt bis zu seinem Tod. Connery und seine Frau lebten auf den Bahamas.

Sean Connery: Tod
Connery lebte seit Jahren zurückgezogen und gab keine Interviews mehr. Er starb am 31. Oktober 2020 in seinem Zuhause auf den Bahamas. Sein Sohn Jason Connery erklärte, er sei im Kreis der Familie friedlich eingeschlafen. Seine Frau Micheline bestätigte, dass Connery an Demenz litt und sich zuletzt nicht mehr ausdrücken konnte. „Er glitt einfach weg, genau so, wie er es wollte.“