Jeffrey Lewis

„The Even More Freewheelin’“

Blang/Cargo (VÖ: 21.3.)

Schrulligkeiten des Anti-Folk-Veteranen.

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Wer glaubt, die Welt wäre eine bessere, wenn wir alle mehr wir selbst wären, hat die Rechnung ohne Jeffrey Lewis gemacht. „If I did what comes natural/ I’d just be an asshole/ I’d be lonely and broke/ And probably better of dead“, verrät er in „Do What Comes Natural“, einer Dekonstruktion der albernen „Sei du selbst“-Doktrin. Was anderes ist auch gar nicht zu erwarten von diesem Mann, der einst mit Adam Green und Kimya Dawson das erfand, was heute Anti-Folk heißt. Wer es abstrus mag, war bei Jeffrey Lewis schon immer richtig, zum Beispiel als er vor 18 Jahren Crass-Songs neu vertonte oder sich vor zehn Jahren auf „Manhattan“ als der einzig wahre New Yorker Stadtschreiber bewarb.

Momentaufnahmen, Lebensweisheiten, Anekdoten und Skurrilitäten

Jetzt also „The Even More Freewheelin’“. Jeffrey Lewis erzählt da etwa von der Frau, die nie erfahren wird, ob sich Billy Murrays Tag tatsächlich für immer wiederholt, weil sie beim gemeinsamen Filmegucken stets einschläft („Movie Date“). Er besingt seine eigene Schlaflosigkeit („Tylenol PM“), beschwert sich über den Schmerz, den das Leben stets für einen bereithält („Sometimes Life Hits You“), träumt davon, mal was Verbotenes zu tun („DCB & ARS“) und dass irgendwann alles einmal Sinn ergibt („The Endless Unknown“).

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Wer will, kann wegen des Titels und des Coverfotos in den zehn Songs auch ein Changieren zwischen Dylan-Hommage und Dylan-Parodie erkennen, aber eigentlich macht Lewis das, was er schon immer macht: Er sammelt mal zu Fingerpickings, mal zu Rockriffs Momentaufnahmen, Lebensweisheiten, Anekdoten und Skurrilitäten, mutet Zuhörer:innen viel Text zu und verlangt Aufmerksamkeit, weil einem sonst seine Pointen, Anspielungen und liebevollen Boshaftigkeiten entgehen.

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Diese Review erschien im Rolling Stone Magazin 4/25.