Kritik: Depeche Mode :: Spirits In The Forest
Depeche-Mode-Doku als Hybrid aus Fan-Antrittsreisen und Song-Snippets, gedreht von Anton Corbijn.
Im Herbst 2019 veröffentlichten Depeche Mode zum zweiten Mal nach „101“ (1989) einen Konzertfilm, der weniger ihre Show als vielmehr die Biografien von Die-hard-Anhängern abbildet, die deren Songs als Soundtrack ihrer Lebensbewältigung nutzen.
Das gefiel im Kino nicht allen. Dabei war es kein Zeichen von Arroganz, einen Film in Auftrag zu geben, der sich um die Bewunderung von Menschen dreht, die Martin-Gore-Musik als Heilmittel gegen tödliche Krankheiten sehen.
Die sechs Protagonisten sind kluge Hörer, für die Depeche Mode kein Zeitvertreib ist, sondern eine konkrete Hilfe – für die amerikanische Chemotherapie-Patientin ebenso wie für den Brasilianer, der in die europäische LGBTQ-Hauptstadt Berlin geflüchtet ist.
Viele Fans hätten sich dennoch lieber einen kompletten Mitschnitt der zwei sensationellen Waldbühnen-Konzerte von 2018 gewünscht – und der ist dieser Edition auch beigefügt („Live Spirits“). Das Heimkino-Set enthält neben der Blu-ray des Films außerdem ein Best-of der beiden Auftritte mit 21 Songs auf Doppel-CD.
Damit werden auch Klassiker wie „Insight“, „World In My Eyes“ und „I Want You Now“ erstmals als Live-Versionen veröffentlicht. Also: Bitte alle wieder beruhigen.