Buck Owens

„The Exciting Sounds Of Buck Owens And His Buckaroos“

Omnivore (VÖ: 28.3.)

Live-Ausgrabung der Bakersfeld-Veteranen.

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Die frühesten bislang bekannten Live-Mitschnitte von Buck Owens und seinen sagenumwobenen Buckaroos datieren von 1966. Bis jetzt. Wie und wo die vorliegenden Aufnahmen aufgetrieben wurden, ist nicht verbürgt, aber sie dokumentieren das komplette Live-Set eines Konzerts in Richmond/ Virginia im Jahre 1964, inmitten der Aufbruchszeit des von Bakersfield/California aus für Aufsehen sorgenden Texaners. Fernab von Nashville hatte sich ein Sound etabliert, dessen erfolgreichster Vertreter Owens war, dynamisch, twangy, die Tradition nicht aus den Angeln hebend, aber modernisierend, mit mehr Druck und Drive ins Rennen geschickt. Überdies Hits am laufenden Band!

Dynamisch, twangy, die Tradition nicht aus den Angeln hebend

Viele dieser Charts-Stürmer sind hier vertreten, darunter auch „Act Naturally“, das die Beatles covern sollten, mit dem notorisch knödelnden Ringo am Mikro. Ein anderer Song, den die Beatles coverten, „Twist And Shout“, im Original von den Isley Brothers, befand sich ebenfalls im Repertoire der Buckaroos, neben Tunes von Roger Miller, Marty Robbins und Buck Owens selbst. Live kommt der charakteristisch knackige Gitarrensound von Don Rich oft besser zur Geltung als im Studio, die berühmten Owens/Rich-Harmonies verlieren hingegen etwas an Präsenz.

Man habe bei der Restaurierung der seit 60 Jahren eingestaubten Tapes größte Sorgfalt walten lassen, beteuert der federführende Engineer Michael Graves, der auch für das Mastering verantwortlich zeichnet. Ein Gratis-Gimmick gibt es auch: „Pressed on Strawberry-Jam-Coloured Vinyl!“, verkündet das Label nicht ohne Stolz. So eine Art Rötlich mithin. Wer’s braucht.

Diese Review erschien im Rolling Stone Magazin 4/25.