Mit Männern um die 80: Donald Trump verspricht Goldenes Zeitalter für Hollywood
Mel Gibson, Sylvester Stallone und Jon Voight werden Donald Trumps Sonderbotschafter in der US-Filmindustrie von Hollywood

Donald Trump baut seine Administration weiter aus. Er ernennt Jon Voight, Mel Gibson und Sylvester Stallone zum Actionteam für die Zukunft von Hollywood, einem „großartigen, aber sehr problematischen Ort“.
In gewohnt wuchtiger Sprache und Typografie hat der designierte US-Präsident am Donnerstag (16. Januar) auf seinem News-Kanal Truth Social bekannt gegeben, dass er die „sehr angeschlagene“ US-Filmindustrie zu retten gedenkt.
Das Trio aus älteren Herren, alle langjährige Anhänger von ihm, werden somit „als „Sonderbotschafter für mich fungieren, um Hollywood ZURÜCKZUBRINGEN, das in den letzten vier Jahren viel Geschäft an das Ausland verloren hat. GRÖSSER, BESSER UND STÄRKER ALS JEMALS ZUVOR!“
Donald Trump: Goldenes Zeitalter für Hollywood!
„Diese drei sehr talentierten Leute werden meine Augen und Ohren sein, und ich werde umsetzen, was sie vorschlagen“, so Trump weiter. „Es wird auch für Hollywood wieder, wie auch in den Vereinigten Staaten von Amerika, ein Goldenes Zeitalter kommen!“
Diese Botschaft kommt im Vorfeld der Feierlichkeiten zur Amtseinführung des neuen US-Präsidenten, die an diesem Wochenende beginnen. Bis zur eigentlichen „Inaugaration“ (Montag, den 20. Januar) finden überall in Washington Konzerte, Galas und Lobbyisten-Partys statt. Große Unternehmen ringen um Einfluss im kommenden Machtapparat.
Bei der ersten Präsidentschaft von Trump war das Verhältnis zur US-Film- und Medien-Industrie von Hollywood geprägt von Spannungen und Kontroversen. Die Unterhaltungsindustrie hatte zwar ihren Anteil daran, dass Baulöwe Trump mit seiner Reality-Show „The Apprentice“ überhaupt als Mega-Macher bekannt wurde. Doch sein erster Aufstieg ins Weiße Haus veränderte die Dynamik und führte zu Dauerstress mit dem größten Teil der Branche.
Nun sollen die drei Berühmtheiten, alle im Herbst ihrer Karriere, die Dinge im Trumpschen Sinne regeln. „Asphalt Cowboy“ Jon Voight (86) ist ein langjähriger Unterstützer. Er bezeichnete Trump einmal als „den größten Präsidenten seit Lincoln“ und wurde der erste Empfänger der „National Medal of the Arts“ während Trumps erster Amtszeit.
„Der zweite George Washington!“
„Rambo“ Sylvester Stallone (78) lehnte zwar im Jahr 2016 das Angebot ab, die Akademie „National Endowment for the Arts“ zu leiten. Zuletzt nannte er Trump bei einer Sause in Mar-a-Largo jedoch den „zweiten George Washington“.
Mel Gibson (69), der wegen antisemitischer und rassistischer Äußerungen einst auf die schwarze Liste in Hollywood gesetzt wurde, unterstützte Trump im letzten Wahlkampf und sagte, Kamala Harris habe „den IQ eines Zaunpfahls“. Bei den Flächenbränden in Los Angeles hat er kürzlich sein Anwesen in Malibu verloren. Der unter seiner Regie entstandene Action-Thriller „Flight Risk“ kommt am 24. Januar in die Kinos.
Im Newsdienst der BBC gibt der langjährige Hollywood-Analyst Lucas Shaw einen verhaltenen Ausblick auf Trumps Versuch, die Filmszene gleichzeitig einhegen und zur neuer Größe führen zu wollen: „Er [Trump] sieht sie als Verbündete, und er kann sie einsetzen, um über Veränderungen in Hollywood zu sprechen. Doch ich kann mir kaum vorstellen, dass Jon Voight, Sylvester Stallone und Mel Gibson versuchen werden, herauszufinden, wie man das Verhältnis zu den Kabelsendern verbessern, das Streaming profitabler machen oder China dazu bringen kann, mehr Hollywood-Filme zu importieren.“
Kurzum: Ein komplexes Bündel an Problemen und Aufgaben, das sich nur schwerlich mit Muskelmann-Parolen auflösen lässt.