Grimes enthüllt emotionale Autismus- und ADHS-Diagnose
In einem X-Beitrag diskutierte die Sängerin auch den ihrer Meinung nach gefährlichen Trend, sich selbst zu diagnostizieren.

Grimes hat öffentlich gemacht, dass sie inzwischen weiß, mit einer Form von Autimsus und ADHS zu leben. Erst kürzlich wurden diese Neurodivergenzen bei ihr diagnostiziert.
Die Sängerin und Produzentin sprach in einem langen X-Post von der Erfahrung, seit frühester Kindheit mit vielen Dingen anders umgegangen zu sein als andere.
„Ich habe dieses Jahr die Diagnose ADHS/Autismus erhalten und festgestellt, dass ich wahrscheinlich Legasthenikerin bin, weshalb ich ohne Rechtschreibprüfung überhaupt nicht buchstabieren kann“, so Grimes über eine Folge der kognitiven Diversität. „Ich habe das Gefühl, wenn wir das gewusst hätten, als ich ein Kind war, hätte ich so viel weniger hart gearbeitet, hätte Drogen genommen und so viele der seltsamen Obsessionen und Motivationen, die ich hatte, wären als pathologisch angesehen worden und ich hätte bestimmte Dinge lassen können, die für mich sehr schwer waren. Aber ich bin froh, dass ich all das bewältigt habe.“
Grimes erschüttert über ADHS-Kult in sozialen Medien
ADHS äußerte sich bei der inzwischen 37-Jährigen als Kind auch in Form „exzessiven Lesens“. Grimes gab nun in ihrem Post zu bedenken, dass die Pathologisierung solchen Verhaltens zu falschen Schlüssen führen könnte.
Grimes: „Meine ADHS-Symptome waren sehr viel schlimmer, als ich noch keine leidenschaftliche Leserin war. Eine ADHS-Einschätzung, die versucht, eine der besten Dinge, die ein Kind tun kann, als Störung einzustufen, um so ADHS zu bekämpfen (und zu verhindern, dass es eine kluge und auf sich selbst vertrauende Person wird), ist einfach nur schrecklich.“
Die Sängerin empfindet den Trend, sich (undiagnostiziert) zu psychologischen Krankheiten zu bekennen oder Teile davon als Besonderheit zu glorifizieren, als ein „großes Problem“. In einem weiteren Beitrag klärte sie nach kritischen Kommentaren auf, dass es ihr nicht darum ging, vermeintliche ADHS-Diagnosen kleinreden zu wollen.
Stattdessen glaube sie, dass viele Phänomene unseres heutigen Lebens – etwa die Abhängigkeit von Bildschirmen und ein daraus und aus anderen Alltagsgewohnheiten resultierender Glückshormon-Burnout – eine Menge ADHS-Symptome und andere Auffälligkeiten hervorrufen könnten.
„Angenommen, du scrollst den ganzen Tag durch die sozialen Medien, dann kannst du absolut genug ADHS-Symptome bekommen, um nach dem DSM („Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“, Anm. d. Red.) diagnostiziert zu werden – und das macht mir Sorgen“, schrieb Grimes in einem Beizrag. „Ich denke einfach, dass nicht medizinisch abgeklärte Ratschläge und die Verbreitung von Informationen über Symptome eine sehr heikle Sache sind.“
Grimes‘ Gedanken über psychische Erkrankungen und die Rolle der sozialen Medien haben auch einen konkreten privaten Hintergrund. In den letzten Wochen bat die Musikerin ihren Ex-Ehemann Elon Musk mehrfach, die gemeinsamen Kinder „offline“ zu halten und weniger in der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Der Multimilliardär und Trump-Vertraute war in der letzten Zeit oft mit seinem Sohn bei öffentlichen Terminen, darunter auch im Weißen Haus. Die Sängerin wünscht sich, dass von ihren Kindern auch keine Bilder ins Netz gesetellt werden.