Gene Hackman: Welche Bilder darf man zeigen?

Die Familie wehrt sich vor Gericht gegen die Ausschlachtung des doppelten Todesfalles

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Die Umstände der mysteriösen Todesfälle von Oscar-Preisträger Gene Hackman und seiner Frau Betsy Arakawa sind weitgehend geklärt. In Hackmans offizieller Vita heißt es mittlerweile, er wäre „wahrscheinlich“ am 18. Februar 2025 in Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico verstorben. Ein Herz-Kreislauf-Versagen, erschwert durch seine Alzheimer-Erkrankung. Arakawa, eine Klassikpianistin, erlag wenige Tage später einer aggressiven Hentavirus-Infektion.

Dennoch scheint das Drama um die tragischen Umstände noch nicht beendet. Nun wehrt sich Betsys Mutter Yoshie Feaster mit allen Mitteln gegen die Offenlegung des Falles. Besonders gegen die Veröffentlichung der Aufnahmen der Polizeikameras, die bei den Ermittlungen der Todesfälle entstanden sind.

Sie sagt, das öffentliche Spektakel und die große Medienberichterstattung seien extrem traumatisierend gewesen. Sie hätte ein Recht darauf, in Ruhe Abschied zu nehmen. Zudem wäre den beiden Verstorbenen ihre Privatsphäre stets äußerst wichtig gewesen.

Bildaufnahmen der Leichen „blurred“

In den juristischen Unterlagen war bislang hinterlegt, dass die Fotos der Leichen versiegelt bleiben müssen. Der offizielle Autopsie- und Toxikologiebericht darf wiederum nur im Detail veröffentlicht werden, wenn darin keinerlei Bilder enthalten sind.

Nun hat Richter Matthew Wilson verfügt, dass Bildaufnahmen der Leichen „blurred“, also unscharf gemacht werden müssen. Alles andere, wie Fotos des ebenfalls verstorbenen Hundes oder eine Außenansicht des Hackman’schen Anwesens, wären erlaubt.

Doch auch dagegen wehrt sich die Mutter. Sie argumentiert, sie habe ein „verfassungsmäßiges Recht darauf, keine Bilder von der Wohnung meiner Tochter, ihrer Leiche, der Leiche ihres Mannes und der Leiche ihres Hundes zu sehen“ … Auch jegliche Veröffentlichung der Polizeikamera-Aufnahmen wie die Autopsie-Berichte will sie verhindern.

In der US-Klatschpresse wird auf gestellte Anträge des TV-Senders CBS und der News-Agentur Associated Press verwiesen, die eine möglichst breite Öffnung des Filmmaterials verlangen. Und sei es zu „Recherchezwecken“.
Bereits zuvor hatte die örtliche Polizei Bodycam-Material von Beamten veröffentlicht, die vor Ort waren. Dieses Video enthielt allerdings nur Aufnahmen außerhalb des Hauses; einschließlich Gesprächen mit dem Hausmeister und einem von Hackmans Kindern.