Arne Willander schaut fern: Apfelkuchen im Märchenschloss
Pierre M. Krauses Dauerbrenner beim SWR: Bei „Krause kommt“ besucht er Prominente als launiger Übernachtungsgast
So lange schon macht Pierre M. Krause diese Sendung, dass manche der von ihm Besuchten nicht mehr leben. Einst war er zu Gast bei Tony Marshall, bei Herbert Feuerstein und bei Fritz Wepper. Bei Wepper war er aber gar nicht daheim, sondern in einem Gasthaus und beim Angeln.
„Krause kommt“ hat ein einfaches Konzept: Krause nimmt seine Ledertasche, steigt in einen Zug und besucht einen sogenannten Prominenten zu Hause, wo er später übernachtet. Die alte „Homestory“ also. Pierre Krause lassen sie ein.
Nicht jeder ist so souverän und unglaublich lässig wie Hannes Jaenicke, der auf dem bayerischen Land der Meister in seiner Domäne ist und leichthändig sein Segelboot steuert. Désirée Nick, die in einem Märchenschloss vor den Toren von Berlin residiert, neckt und provoziert Krause, dem sie ein Nachthemd zur Bettruhe gibt. Der Brunnen in der Auffahrt müsse mal wieder gesäubert werden. Serviert wird Mutters Apfelkuchen.
Jenny Elvers empfängt in einem gutbürgerlichen Haus in der Lüneburger Heide, wo sie früher Heidekönigin war. Der Freund sitzt mit am Tisch, wenn Rindsroulade und Salzkartoffeln von der erwartungsgemäß patenten und uneingebildeten Jenny aufgetragen werden. Raubauzig der alte Reporter Hans-Ulrich Kienzle, dessen Ehefrau so herzlich lacht. Ein herrliches Paar in einer Wohnung, deren Einrichtung man die Weltreisen von Jahrzehnten ansieht.
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Cathy Hummels ist erst kürzlich in ein Haus in München eingezogen, das aber schon aussieht, als wäre es für Instagram ausgestattet worden. Hier muss Krause die Schuhe ausziehen, bekommt aber Puschen. Cathy ist eine Frau, die sich die Butter nicht vom Brot nehmen lässt. Man spaziert im Englischen Garten und geht in ein Sushi-Restaurant, wo sehr üppig bestellt wird. Anschließend muss Cathy den Knopf der Jeans öffnen und ist ganz schön schnippisch.
In Mathieu Carrières Wohngemeinschaft in Hamburg-Ottensen wird rustikal gekocht. Der Exzentriker ist zunächst verschlossen und befragt den Besucher. Am Strand der Elbe wird er aber zutraulicher, weil Krauses die Fragetechnik umgestellt hat. Carrières Tochter und ihr Freund sitzen mit am Tisch, wenn der Altvater sein Ratatouille kredenzt.
Pierre Krause bringt immer Blumen mit – aber meistens vergisst er dann doch wieder, das Papier abzunehmen.